Willy macht sich so seineGedanken

aus der 107 Klassik

 Einige Mitglieder des RT44-Dortmund und natürlich auch Gismo aus dem fernen Salzhemmendorf hatten für dieses Wochenende eine kleine Moseltour geplant, die natürlich auch stattfand…

Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten kamen wir nicht zu einer gemeinsamen Anfahrt zusammen, sondern fuhren so, wie es uns passte.

So kam es, dass wir, wir sind in diesem Falle meine Frau und ich, am Freitag um ca. 1430 den V8 starteten um gen Mayen zu fahren. Dort hatten wir schon vorsorglich Zimmer gebucht, weil an der Mosel offensichtlich Hochsaison herrschte, Weinproben und dergleichen finden just um diese Jahreszeit statt.

Also, 14.30 gings los und schon nach 5 Minuten standen wir im ersten Stau!

Die A1 war schon am Kreuz Unna dicht und ich wendete den Silbernen um dann eben über die A 45 zu rauschen. Nach weiteren 5 Minuten standen wir im Stau Nr.2!

So benötigten wir für die ersten 15 Kilometer schon fast 45 Minuten, dann, endlich auf der

A 45 sahen wir am Westhofener Kreuz den Verkehr auf der A1 zügig fließen, also kurz entschlossen die Bahn gewechselt und ab auf die A1, denn sie stellt die kürzeste Verbindung dar.

Ein sanfter Druck auf das rechte Pedal und sonor grummelnd nahm der Fünfliter an Drehzahl zu, 150,…170….190… leise fluchend, wechselte mein rechter Fuß seine Position, um dem Bremspedal ein wenig Bewegung zu verschaffen….Stau Nr. 3!!

So ging es lustig weiter, alle bekannten Staugebiete, Remscheid, Köln, Bonn und was da alles an Baustellen war, nahmen wir mit. Meine Laune sank mit dWilly1er Durchschnittsgeschwindigkeit immer weiter ab, wollte ich doch schon bei Stau Nr. 2 den Löffel abgeben und wieder heim fahren….doch meine Gattin ist da recht energisch, wir wollten zur Mosel, also fahren wir auch zur Mosel, was soll „Mann da machen!?

Schließlich kamen wir in Mayen an und fanden, (wunderbarer Weise) auf Anhieb das Hotel! Kurz nach uns trafen auch die anderen Besatzungen ein, eine sogar mit einem BMW! Was sage ich, mit einem DIESEL BMW!! Und das, obwohl ein wunderschöner, tiefschwarzer 450er in ihrem Besitz ist! Nein ich werde den armen Martin jetzt nicht entblößen, er musste sich vor Ort schon genug anhören….

Wir blieben dann im Hotel, speisten dort vorzüglich und so ging, mit viel Gerede der Tag seinem Ende zu.

Am Samstag glitten wir zunächst über kleine, kurvige Straßen zur Mosel und machten in Cochem Rast. Dort erklommen die beiden ältesten Mitfahrer, Manfred und ich, den Weg zur Burg, der müde Rest der Truppe vergnügte sich derweil im Städtchen. Sehnsüchtig warfen wir einen Blick in die Burggastronomie, doch die Mittel für Kaffee und Kuchen befanden sich tief unter uns in den Taschen der Damen….

Nachmittags ging es dann weiter, immer an der Mosel entlang bis Bernkastel Kues.

Hier machten wir natürlich wieder einen kleinen Rundgang durch das Örtchen um dann die Weinberge zu erklimmen, (natürlich mit den Autos), Manfred, der die Position des Leitbullen übernommen hatte, legte jetzt eine durchaus sportliche Fahrweise an den Tag und die Federn, Dämpfer und Bremsen der Fahrzeuge mussten ein wenig mehr als gewöhnlich leisten.

Eine Kurve folgte der nächsten, Spitzkehren, weite Kurven, Wechselkurven, alles was das Herz begehrt, war inmitten herrlicher Landschaft vorhanden. Es wäre eine Verschwendung gewesen, hier im Rentnertempo hindurch zu fahren! Natürlich trafen mich böse Blicke, besonders nach einigen, durch wohldosierte Gasstöße ausgelöste Drifteinlagen. Obwohl ich das Fahrverhalten der Breitreifen für gewöhnlich nicht so schätze, hier bei sportlicher Fahrweise hatten sie doch Vorteile zu verbuchen. Der einzig serienmäßig bereifte SL war der von Gismo. Wie man auf dem Foto sehen kann, trägt er die Radzierdeckel und wirkte wie ein Lamm im Wolfsrudel, doch gelaufen ist er wie ein richtiger Wolf, keinen Meter hat er sich abnehmen lassen….

Spät am Tag kamen wir in einem winzigem Örtchen an, das sich vor einigen Jahrhunderten um eine Burg versammelt hatte, den Namen habe ich nicht mitbekommen, ich erwarte auch nicht, das jetzt Jemand den Ortsnamen weiß, denn eine alte Burg haben die dort fast alle. Auf alle Fälle, –  das ist ja immer wichtig, wenn man lange unterwegs war, – fanden wir ein gutes Lokal.

Nach einem guten Essen legten wir die restlichen Kilometer zu unserem Domizil in Mayen zurück und ließen den Tag mit einem Spaziergang durch den Ort ausklingen.

Am Sonntag war die Heimreise angesagt. Hier teilte sich die Gruppe, wie auch schon auf der Hinfahrt, auf.

Birgit und Gismo hatten es verständlicherweise auf die Autobahn abgesehen, (sie haben den weitesten Weg und zwei Hunde dabei)

Manfred, Dirk, Jürgen und Martin wollten ihren Herzdamen noch den „Ring zeigen, und wir, Daggi und ich wollten vorerst keine BAB mehr sehen und zogen es vor, die Heimreise „über Land“ anzutreten.

Wir fuhren also bei Andernach über den Vater aller Flüsse, um dann an seiner rechten Seite gen Heimat zu streben. Die dort verlaufende Bundesstraße gibt des Öfteren den Blick auf den Fluss frei, so dass ich meine Frau, (hoffentlich) davon überzeugen konnte, das er so wild, wie in machen Berichten bekundet, gar nicht ist.

Wahre Horrorgeschichten haben wir gehört, von Riesenschubverbänden mit geradezu gigantischer Wellenbildung war dort die Rede, so dass meine Frau einer Mosel/Rheintour mit unserem kleinen Motorboot danach nicht mehr zustimmen mochte.

Nun hoffe ich auf das nächste Jahr, einmal ab Trier die Mosel runter, auf den Rhein und dann über den Rhein –  Herne Kanal bis Bergkamen…mal sehen, was wird. Gehört aber auch nicht hierher, obwohl ich eine Bootstour, (bisher kenne ich aber nur die Niederlande) sehr empfehlen kann. Es ist nicht mit einer Autofahrt vergleichbar, man sieht die Landschaft, zum Einen vom Gewässer aus und auch durch die geringe Geschwindigkeit völlig anders. Das Fehlen der permanenten Anspannung durch die Aufmerksamkeit, die der Straßenverkehr erfordert, macht die Sache zu einer echten Erholung! Denkt mal über einen Bootsurlaub in Friesland nach, es lohnt sich!

Daher nun wieder zum Kern der Sache, der nicht mehr lange auf sich warten lässt. Bei Königswinter bogen wir ab und nahmen die Sieg – Bröhl – Route unter die Breitreifen.

Eine wunderschöne, auch langsam zu fahrende Strecke, wie gemacht für ein älteres Cabrio, (heute mit Coupe-Dach). 😉  durch kleine malerische Ortschaften, oft direkt an der Sieg entlang, lässt keine Langeweile aufkommen.

Kurz vor Gummersbach überkam uns dann aber der Hunger und wir gingen, da wir nicht wussten, wann uns ein gutes Lokal über den Weg läuft, dann doch auf die Autobahn, denn daheim wissen wir, wo es Gutes zum angemessenen Preis gibt.

Kaum aufgefahren, begann die Reservelampe zu flackern, (das gehört jetzt zur Eingangs gestellten Frage) allein der im Kofferraum befindliche 5-Liter Kanister ließ mich die Ruhe bewahren, werde ich doch sonst beim ersten Aufglimmen der Leuchte unruhig. Dieser, nun permanent brennenden Leute haben wir eine gemütliche Heimreise zu verdanken.

Porsche und Co durften uns unverfolgt überholen und auch ein SLK, der aufreizend lange hinter uns blieb um dann doch mit durchgetretenem Pedal zu überholen, vermochte mich nicht aus meiner erzwungenen Gelassenheit zu reißen!

Mehr als 120 Km/h fuhr ich nicht, denn wenn der Motor seinen Geist aufgibt, weil es ihm an Kraftstoff mangelt, wollte ich wenigstens auf der rechten Spur sein.

Doch oh Wunder, nach 112 Kilometern rollte ich rückwärts in meine Garage und das Ding lief noch immer! Damit habe ich nie gerechnet, mehr als 8 Liter vermutete ich nicht als Reserve…..daher meine Bitte um Aufklärung.

Nun sind wir ein ganzes Wochenende, von Unna bis Bernkastel Kues und zurück mit einer Tankfüllung gefahren, und das über Umwege und nicht immer langsam! Das kann man bei einem Fünflitermotor gut akzeptieren.

Nun noch kurz zur ruhigen Liste.

Wie schon vermutet, tippe ich auch als Ursache auf die Listenschließung vom vergangenen Jahr! So unangenehm die Dispute hier für den einen oder anderen Teilnehmer waren, so sehr haben sie doch Würze in die Sache gebracht. Oft habe ich die wilden Gefechte genossen! Das waren noch Zeiten als Klaus mit spitzer Feder schrieb und erboste Zeitgenossen darauf antworteten…..sie sind still geworden, Klaus fehlt es an würdigen Gegnern und so ist halt Ruhe eingekehrt….schade!

Sigi hat nichts mehr zu schlichten und keine glimmenden Lunten zu löschen,…schade!

Ja, dann noch zum Club….

Das Internet hat ihm seinen Rang als ersten Ansprechpartner, wenn es darum geht 107 Eigner zusammen zu führen, schon fast streitig gemacht. In den Foren werden Treffen organisiert, durchgeführt und die Leute lernen sich kennen. Klar, das Überregionale fehlt ein wenig. Ein Jahrestreffen, wie es der Klub macht, wird sich kaum durchführen lassen, doch auf regionaler Ebene tut sich so Einiges.

Ich bin im Grunde ein Freund spontaner Treffen, kurz einen Beitrag in die Sternzeit und es finden sich immer einige Leute, die kurzfristig kommen und eine Ausfahrt mitmachen. Die langatmigen Ankündigungen und genauen Planungen, wie sie im RT vonnöten sind, entfallen völlig. Daher habe ich mich auch ein wenig zurückgezogen und genieße es, Ausfahrten mitzumachen ohne in der Pflicht zu stehen…..

Meinen 107 habe ich noch, der Markt ist, jedenfalls was einen 500er in Silber des Baujahres 1980 betrifft, eher zurückhaltend. Auf mein Verkaufsinserat tut sich jedenfalls überhaupt nichts, kein Anruf, keiner der kommt und den Wagen nieder macht, einfach nur gar nichts.

Bei einem angegebenen Preis von 12500 Euro finde ich es erstaunlich, hört man doch immer wieder von hohen Summen, die für diese Autos gezahlt werden. Und sage keiner, mein Auto tauge nichts, selbst wenn es so wäre, zumindest auf Bildern sieht man davon nichts.

So bleibe ich der Gemeinde vorerst erhalten…..die Verkaufsgründe haben sich inzwischen aber geändert, es sind, bei den steigenden Kosten, egal ob Heizöl, Strom oder KFZ Steuern, jetzt eher finanzielle Gründe. Mir schwebt ein 300er vor, egal, ob 107, 124 oder 129, Hauptsache offen und Euro 3, Zudem könnte ich ein Auto, (meinen 4matik) abgeben, wenn ich eine Anhängelast von 1900 Kilo, (124 oder 129) eingetragen bekäme. Da kommen schon einige Euros zusammen.

Gruß Willy

PS:Willy hat ihn immer noch (Stand Anfang 2015!)