Praxis-Tipps für denWinter

unterhaltsam serviert von Willy Damrath

Der 107 steht die meiste Zeit in der Garage und es bietet sich an, längst fällige Dinge zu erledigen!

Was könnte es sein, das den Eigner bedrückt? Was könne man ohne viel Aufwand richten, wenn die rechte Lust fehlt, Großes am 107 zu vollbringen?

Ich fang einfach mal hinten an:

Da sind zunächst die Haltegummis des Auspufftopfes, sie sollten auf Risse und Scheuerstellen untersucht werden. Wenn der Topf flöten geht, ist`s Zappenduster. Wer hier mehr tun möchte, der schaut auch unter das Auto und prüft die restlichen Gummis ebenso.

Nun versuchen wir uns wieder aufzurichten und müssen in Höhe des Kennzeichens verweilen weil das alte Kreuzleiden mal wieder daran erinnert, das wir nicht mehr die/der Jüngste sind. Aber wo wie schon mal hier sind, könnten wir das Blech auch mal abschrauben und dahinter sauber machen! Alles schön wachsen und vor dem eindrehen ein wenig Fett an die Schrauben geben.

So, wieder oben angekommen öffnen wir den Kofferraum, heben die Bodenmatte hoch und entfernen das Reserverad. Dieses wird gereinigt und mit dem richtigen Luftdruck versorgt erst einmal beiseite gestellt. Wie sieht seine Behausung aus? Schmutzig? Dann reinigen. Rost? Ab in den Baumarkt oder in den Autozubehör und je einen Bogen Schmirgel mit 240er und 400er Körnung, ein kleines Töpfchen Grundierung und je nach Ausführung der Lackierung, dunkelgraue oder mattschwarze Farbe gekauft. Schmirgeln bis der Rost weg ist und Grundieren, gut durchtrocknen lassen und dann entsprechend lackieren. (Pinsellackierung sollte hier, gut gemacht, reichen)

Wo wir aber schon mal unter der Klappe stecken, werfen wir, nachdem Wagenheber und Werkzeug, (ist es vollständig und gebrauchsfähig?) entfernt sind, einen Blick auf das Blech rund um den Tankstutzen! Hier nagt manchmal der Rost! Behandlung dann wie bei der Reserveradmulde!

Auch die andere Seite des Raumes verdient eine Begutachtung, die Verkleidung vorsichtig entfernen und verfahren wie oben. So, dann alles wieder schön zusammensetzen, die Gewinde natürlich mit ein wenig Fett versehen.

Aber, hier ist noch mehr! Der kleine Schalter im Kofferraumdeckel, der die Beleuchtung steuert, freut sich über einen Spritzer Rostlöser oder Kriechöl. Nun wendet sich der gewissenhafte Fahrzeugeigner den Rückleuchten zu. Die schwarzen Kunststoffabdeckungen sind schnell entfernt und geben den Weg zu den Glühlampen frei. Diese werden staubig oder gar schwarz angelaufen sein. Staubige kann man mit einem sauberem Lappen reinigen oder, wenn Schwarz angelaufen, leicht auswechseln. Die Soffitten, (die länglichen) sind 12 Volt 5 Watt und der Rest 12 Volt, 21 Watt Exemplare.

Wer einen Heckspoiler trägt, der ist gut beraten, diesen mal abzunehmen denn dahinter sammelt sich auch Dreck und schafft so ein Feuchtbiotop. Die Schrauben und Muttern sind, wenn man von unten in den Deckel schaut, gut zu erkennen und bedürfen keiner weiteren Beschreibung. Auch hier gilt, reinigen, wachsen und mit etwas Fett an den Schrauben alles wieder zusammenbauen. Angerostete Schrauben/Muttern selbstverständlich ersetzen!

So, das war`s für heute,  wenn’s interessiert, arbeiten wir uns so mal rundum das Auto. Alles Dinge, die jeder kann…..nix Wildes!

Werkzeug und Material:
Ein Büstensortiment wie es in Baumärkten an den Verkaufswänden hängt, Spülbürste, Flaschenbürste und sogar eine WC-Bürste kann gute Dienste leisten. (Von Drahtbürsten, außer bei der unmittelbaren Rostbekämpfung bitte Anstand nehmen!) Ein Heizungspinsel, (diese langen, abgewinkelten) kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Auch ein billiger Fahrradspiegel, zum „um die Ecke sehen“ ist von Vorteil denn so muss man nicht mit dem Kopf in den Radkasten um beispielsweise die Radläufe von innen zu untersuchen. Keinesfalls fehlen sollte eine Taschenlampe oder Handleuchte!

Eine Dose Kriechöl oder Kontaktspray, ein Töpfchen Grundierung nebst Lack mit zwei, drei Pinseln unterschiedlicher Größe und ein Haushaltsreiniger sind die Materialien die man sich neben Lackpflegemitteln beschaffen sollte.

Autoshampoo ist, da meist Rückfettend für zu lackierende Flächen ungeeignet! Das Fett lässt die Farbe nicht haften. Nach der Lackierung ist es aber OK. Spülmittel hingegen ist fettlösend.

Ein kleiner Knarrenkasten und ein Satz Maulschlüssel von guter Qualität gehört eh in jede Garage.

Ladegeräte sind billiger als neue Batterien, daher nehmen wir dies zur Batterieerhaltung auch gleich mit, destilliertes Wasser und, je nach Begabung einen Säureheber und/oder ein billiges Vielfachmessgerät.
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Da die kalte Jahreszeit ein Weilchen dauert und auch schöne, warme Tage dabei sind, können wir auch ein wenig im Untergrund arbeiten.

Was ich meine, sind die Bereiche, die von den Rädern mit Straßendreck oder Baustellenschlamm versorgt werden, dieser Dreck schafft in Verbindung mit Feuchtigkeit einen guten Nährboden für das braune Unheil! Auch hier lässt sich ohne Fachkenntnisse etwas tun. Da kommen wir auch gleich zur Radpflege und zur Vermeidung von Standplatten. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, vom erhöhten Luftdruck bis hin zu speziellen Reifenschonern, meine Variante hat den Vorteil, das den Rädern eine gute Pflege zuteil werden kann. Ich habe mir für kleines Geld alte Stahlfelgen mit heruntergefahrenen Reifen gekauft, (lokale Anzeigenblätter) die ich im Winter statt der „guten“  Räder aufschraube. (bei dem Wechsel von Alu auf Blech die anderen Radbolzen nicht vergessen).

Bei den Typen bis zur Mopf 85 passt so ziemlich alles, was an DC Felgen erhältlich ist, (C + E-Klasse, 123er, 126er usw. Ab 85 sollen die Räder der 126, ebenfalls ab 85 passen.

Damit auf öffentlichen Straßen fahren dürfen wir natürlich nicht!

Nun aber ans Auto:
Das Rad demontieren, (Wagen bitte zusätzlich mit einem Keil und einem Unterstellbock sichern) und mit einem scharfen Wasserstrahl die Bereiche abspritzen, die in dem (Dreckschleuder) Radius des Reifens liegen. Auch die hintere Schürze, also das Blech unter der ‚Stoßstange gehört unbedingt dazu, der Spalt zwischen Stoßstange und Karosse ist ebenfalls eine Sammelstelle für Modder! Hier muss man halt ein wenig Dreck suchen, bei der Verwendung eines Hochdruckreinigers genügend Abstand zu den Flächen halten!

Nicht direkt auf Bremsschläuche und Kabel halten, ein Hochdruckwasserstrahl kann diese beschädigen!

Die Bremsscheiben würde ich vorher abdecken wenn der Wagen anschließend nicht gefahren werden kann, denn das Wasser hält sich lange zwischen Bremsscheibe und Bremsbelag und kann so Rost auf der Scheibe bilden, dadurch entsteht eine stumpfe Fläche auf der Bremsscheibe, die ein „Bremsrubbeln“ hervorruft.

Vorn ist besonders der Bereich rund um die Lampentöpfe gefährdet und verdient daher genauere Beachtung!

In den Radläufen, (mal mit dem Finger hineinfassen), sammelt sich auch viel Dreck, manchmal sind sie sogar „dicht“ geschlämmt! Hier schön einweichen lassen und mit einem harten Pinsel bearbeiten bis der Modder vollständig entfernt ist.

Radchrom unbedingt entfernen und dahinter reinigen! Rost wie beschrieben bekämpfen!

Losen Unterbodenschutz entfernen und die Stellen grundieren, lackieren und dann den Unterbodenschutz wieder aufbringen.

Ich halte von der schwarzen Pampe nicht viel, doch wenn es keine Generalrestauration werden soll, ist das die einfachste Möglichkeit, einen gewissen Schutz wieder herzustellen.

Nun zu den Rädern, man sollte wissen, das die Originalalufelgen, Barock und Kanaldeckel mit normalem Autolack lackiert sind. So sind sie auch zu behandeln!  (MB Astralsilber) Eine gründliche Reinigung mit Bremsstaubentferner vornehmen und dann wie den Autolack auch, polieren und wachsen. Angegammelte Radbolzenköpfe lassen sich, allerdings mühsam, mit Chrompolitur auf Vordermann bringen.

Die Reifen sorgfältig auf Beschädigungen untersuchen, bei langen Standzeiten lösen sich schon mal die Laufflächen ab! (habe 4 neue Reifen auf einem Trailer, bei allen 4 ist derartiges passiert). Räder bezeichnen, damit sie wieder da hinkommen, wo sie hingehören, also vorn Links, hinten Rechts usw. jetzt entweder einlagern, (flach legen oder aufhängen) oder mit erhöhtem Luftdruck, 3,5 – 4 wieder montieren. (Nach 200 Km die Radbolzen nachziehen!).
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So, was hamwa da denn noch?
Der Motorraum, ja sicher, da werfen wir auch einen Blick rein! Da ist zunächst das Öl, das erhitzt immer wieder die Gemüter, hier bin ich der Ansicht, es zum Winter hin zu wechseln zu müssen. Ich nehme das Billigste vom Billigen, einen 5-Liter-Kanister für ganze 4,95 aus dem Baumarkt. Das ich davon zwei benötige ist schmerzlich, doch lange nicht so schmerzlich wie ein Literchen Supersaft für 16,95!! Die Freigabe für MB-Fahrzeuge hat es selbstverständlich und bei jährlichem Wechsel, natürlich mit Filter, was soll da anbrennen bei den Literleistungen unserer Boliden? Wie wechseln? Wer das Gefummel mit der Ablassschraube nicht schätzt, sie plumpst ja grundsätzlich in das Altöl, der kauft sich eine Absaugpumpe und saugt es halt ab. Einer Diskussion in der Liste und diversen Foren zufolge ist es durchaus annehmbar, das Saugen. Ich habe mich auch darauf umgestellt, ist eindeutig angenehmer.

Der Kühler muss auch bei stehendem Fahrzeug mit der richtigen Konzentration Frostschutzmittel versehen sein, das ist klar! Auch der Scheibenwaschwasserbehälter darf nicht vergessen werden, ihn bitte mit entsprechendem Mittelchen befüllen und die Scheibenwaschanlage betätigen bis das Zeug aus den Waschdüsen austritt! So ist das gesamte System Frostsicher.

Nun wandert der Blick auf die Keilriemen, diese auf Beschädigungen, Risse und lose Fasern prüfen. Wer da zum Wechseln nicht selbst rangeht, aber eine Beschädigung entdeckt, der schreibt dies auf einen Zettel, den er sich auf`s Lenkrad pappt! So wird er spätestens vor der ersten Fahrt im neuen Jahr daran erinnert. (auch andere Auffälligkeiten, die nicht sofort erledigt werden, diesem Zettel anvertrauen). Selbstverständlich werfen wir auch prüfende Blicke durch den restlichen

Motorraum, macht sich irgendwo Gammel breit oder könnte sich etwas gelockert  haben? Empfehlen möchte ich auch die Demontage des Luftfiltergehäuses bei den 8 Zylindern, denn so lassen sich die darunter verborgenen bereiche inspizieren.

Zunächst rundum die „Bierflaschenverschlüsse“ aufknipsen, die mittige Flügelschraube lösen und den Deckel abheben. Wie schaut das Filterelement aus? Sehr schmutzig? Dann im Laufe des Winters ein Neues besorgen und im Frühjahr

einbauen denn so bleibt es von der Winterfeuchtigkeit verschont. (Notiz auf den Zettel) Jetzt die beiden seitlichen Flügelmuttern entfernen und das Gehäuse vorsichtig nach oben abheben, bitte auf die Schläuche an der Unterseite achten! (sind alle nur gesteckt) Hier wieder den prüfenden Blick ansetzen und auf lose Kabel oder Schläuche achten.

Wo wir schon mal bei den Schläuchen sind, bitte die dünnen Rohrleitungen dort bewegen wo sie in andere Teile münden, oftmals sitzen sie sehr locker darin und ziehen Falschluft oder rutschen u.U. raus! Man kann sie nur wechseln oder reinigen und mit hauchdünn aufgetragener Dichtmasse wieder einsetzen. (Hylomar oder etwas auf Silikonbasis, bitte kein Pattex oder etwas in der Art verwenden!) Gebrauchsanleitung auf den Tuben oder Dosen lesen!

Alle elektrischen Verbindungen freuen sich über einen winzigen Spritzer Kontaktspray, dieses verdrängt die Feuchtigkeit und schützt vor Korrosion.

Alles schön reine machen und mit dem alten Filterelement wieder zusammensetzen. Das alles natürlich auch beim R 6 machen, nur wie man den „Topf“ herausbekommt, das weiß ich nicht, deshalb schweige ich dazu! Die Kerzenstecker und die Zündkabel sollten auf festen Sitz geprüft werden, einfach mal vorsichtig daran „zupfen“.

Nun fällt mir noch die Batterie ein, hier scheiden sich, wie beim Öl die Geister. Einige vertrauen darauf, das sie den Winter schadlos übersteht und ignorieren sie einfach, (Vorteil: sehr bequem) andere gönnen ihr eine „Erhaltungsladung“ mit einem hierfür geeignetem Ladegerät, (Vorteil: bequem mit besserem Gewissen) und Typen wie ich bauen sie aus, prüfen sie mit dem Säureheber und verfrachten sie nach einer Reinigung in den Keller. Dort bekommt sie gelegentlich einen Energieschub durch ein „normales“ Ladegerät und darf ansonsten wohlbehütet ihren Winterschlaf machen, (Vorteil: unbequem aber eben meine Methode) Achtung, wer ein Radio mit Codierung hat und den Code nicht mehr weiß, der sollte auf Erhaltungsladung setzen! Aber auch hier den Säurestand prüfen und ggf destiliertes Wasser nachfüllen.

(die Battereisäure ist echt ätzend und schadet Haut und Lack, also VORSICHTIG!) Ein weiterer Vorteil des Ausbaues ist ein Nachteil des Autos, das genau an dieser Stelle, unter der Batterie gern rostet! Die Halterung auf der die Batterie steht, lässt sich mit wenig Aufwand ausbauen und behandeln.

Sonst fällt mir auf die Schnelle zum Motorraum nichts mehr ein, ganz Mutige können sich noch an den Lüfterkasten begeben und den schwarzen Plastedeckel, mittig vor der Windschutzscheibe, öffnen. Hier nagt gern der Zahn der Zeit,

Schmutz sammelt sich und der Lüfter könnte unter Umständen eine kleine Zuwendung gebrauchen.