Ölwechsel – wann – womit

Soll ich, oder besser nicht …?

– das teuerste Öl in mein Möbel füllen? (natürlich nicht!)

Bevor wir entscheiden, was rein soll, klären wir erst mal die Frage wann! Grundsätzlich gilt die Betriebsanleitung und das Wartungsheft. Da sind die Wechselintervalle als Laufleistung oder Zeitintervall vorgegeben. So weit so schlecht – für ein (altes) Spielzeug. Die Betriebsbedingungen, die der Konstrukteur vor Augen hatte, als er die Vorgaben festlegte, die liegen bei uns nicht (mehr) vor.

Man macht keinen Fehler, wenn man sich an die Vorgaben hält – d.h. ein jährlicher Ölwechsel -, denn die Fahrleistung bis zum fälligen Wechsel wird kaum erreicht. Wenn doch, und auch im anderen Fall wechselt man VOR der Winterpause. So ist gewährleistet, dass chemisch belastetes Öl über den Winter keine Gelegenheit hat, an den Innereien unserer Motoren zu nagen. Wenn man die vorgeschriebene Fahrleistung bis zum Wechsel nicht erreicht hat, kann man den Schmierstoff bedenkenlos auch über den Winter im Motor belassen und die nächste Saison damit unter die Räder nehmen. Die alte Mär vom oxidierenden Öl usw. gilt schon lange nicht mehr!

Wir erinnern, dass Motoröl in einem Otto in erster Linie durch Verbrennungsrückstände vom Kaltstart altert. Dazu gehört vor allem unverbrannter Kraftstoff, und der wird bei unserer Betriebsart schnell wieder ausgedampft, denn wir fahren unser Öl ja immer bis zum Erreichen der Betriebstemperatur (ca 15 km) und dann, weil es so schön ist, noch mal so weit…, Zeit genug, den Kraftstoff wieder aus dem Öl auszuheizen. Um die aggressiven (sauren) Verbrennungsrückstände müssen wir uns nicht übertrieben sorgen, denn so zahlreich waren die Kaltstarts in der Saison nicht. Die Vorgaben des Konstrukteurs waren ja ein Kompromiss, der für ständige Aldifahrten der Dame des Hauses oder die Autobahnhämmerei des Chefs gleichermaßen die Zuverlässigkeit sichern musste.

Wir haben also entschieden, dass was Frisches rein muss (oder auch noch nicht), und was muss nun rein? Wieder sagen Betriebsanleitung und Wartungsheft, was zu tun ist. In den älteren Betriebsanleitungen soll das Motoröl eine Freigabe nach Blatt 226 oder 227 der Daimler Betriebsstoffvorschriften haben. Diese Blätter sind ersetzt durch Blatt 229.1 und heute heißt es, dass Motoröl für unsere Motoren mindestens der Qualitätsstufe CCMC G4 oder G5 oder API SG entsprechen soll. Diese Spezifikationen berücksichtigen die neueren Kraftstoffe, den Kat usw., die Angaben findet man auf den Gebinden. Zweckmäßig wählt man ein 10W 40 Öl, und damit ist es gut. Unter der Webadresse http://bevo.mercedesbenz. com/bevolisten/229.1_de.html kann man Einblick in diese Listen nehmen. Es findet sich eine Vielzahl von freigegebenen Produkten, wobei bei Einhaltung der CCMC Spezifikation bedenkenlos auch ohne Daimler-Freigabe gefahren werden kann. Mit besserem (teurerem) Öl können unsere Motoren nichts anfangen!

Man wird schnell sehen, dass sich geeignete Öle für „kleines Geld“ (ca. 3 Euro / Liter) problemlos beschaffen lassen, und so die Kosten überschaubar bleiben. Unter diesem Aspekt kann man natürlich vor jedem Winter wechseln und schläft gut…, prinzipiell nötig ist es nicht. In den Großstädten finden sich oft superpreiswerte Ölwechselangebote großer Ketten (MrWash usw.) Wenn die CCMC oder API Spezifikation eingehalten wird, kann man da bedenkenlos sehr preiswert wechseln lassen. Einen passenden Ölfilter sollte man dabei haben. Wenn er nicht gebraucht wird, hält man ihn als Reserve.

Beim Ölfilter macht man keine Kompromisse, der Daimler verkauft diese Artikel zu „noch“ angemessenen Preisen, bei guter Produktkenntnis kann man natürlich auch sonstige Markenprodukte einsetzen. Es ist interessant einem gebrauchten Ölfilter an die Wäsche zu gehen, ein paar Späne finden sich immer…

KJE