Trockeneisstrahlen

Eisschießen ohne Stock (Trockeneisstrahlen) - Teil 1

Im ersten Abschnitt (Teil 1 bis 4) zum Thema Trockeneisstrahlen  erläutert Markus Dümig die Technik und das „Drum-Herum“, im zweiten Abschnitt  (Teil 5 bis 7) wird anhand vieler Fotos die praktische Anwendung an einem R107 beschrieben.

In letzter Zeit macht ein Reinigungsverfahren immer mehr von sich reden, das äußerst umweltfreundlich und Material schonend arbeitet: das Trockeneisstrahlen.

Das bislang vorwiegend in der Industrie eingesetzte Verfahren weist nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Reinigung auf. Es arbeitet thermomechanisch und mit Druckluft. Egal, ob beim Einsatz an Gebäuden, Maschinen oder Werkzeugen. Immer mehr findet diese Methode auch Einzug im Bereich der Oldtimerrestauration oder der Überarbeitung von Fahrzeugen.

 

Der entscheidende Unterschied zum häufig verwendeten Sandstrahlen besteht darin, dass je nach Intensität der Bestrahlung außer dem zu entfernenden „Schmutz“ oder Belag kein Materialabtrag stattfindet. Es lassen sich so Öl, Fett und wachsartige Substanzen, Rostschutzanstriche, Klebstoffe, Harze, PU-Schaum, Ruß, Bremsabrieb, Vogelkot, Kaugummis, Lacke, Schweißrückstände und vieles mehr rückstandsfrei entfernen.

Der unbestrittene Vorteil liegt darin, dass keine Bauteile im Umfeld des zu bearbeitenden Werkstückes abgedeckt oder abgeklebt werden müssen. Daher sind die meisten Firmen, die sich mit diesem Verfahren beschäftigen, mobil unterwegs und reinigen die zu bearbeitenden Maschinen in der jeweiligen Produktionsumgebung.

Wie läuft das Ganze im Detail ab?

Die zur Reinigung genutzten sog. Pellets werden aus flüssigem Kohlendioxid hergestellt, welches beim Entspannen auf 1 bar Umgebungsdruck eine Abkühlung auf ca. -80° Celsius (Joule-Thomsen-Effekt) erfährt und so Trockeneisschnee bildet. Dieser Trockeneisschnee wird, ähnlich wie bei einem Fleischwolf, durch eine Matrize gepresst. Dabei entstehen die sog. Pellets; Körner zwischen 5 und 15 mm Länge und zwischen 1 und 6 mm im Durchmesser. Die gespeicherte Kälteenergie liegt bei ca. 600 kJoule pro Kilogramm. Das so geformte Trockeneis wird von speziellen Firmen hergestellt, die es für die verschiedensten Zwecke vertreiben. Beispielhaft sei hier die Air Liquide (früher Messer Griesheim) genannt.



Mit einer Handschütte oder einem Eimer werden die Trockeneispellets aus dem Transportbehälter, der ähnlich einer Kühltruhe isoliert ist, von oben in die eigentliche Maschine gefüllt. Sind Beläge mit feineren Strukturen zu bearbeiten, können die Pellets in der Maschine auf ca. 500 µm weiter zerkleinert werden (sog. crunchen). Die Körnigkeit entspricht dann ungefähr der von Zucker. So lassen sich auch empfindlichste Oberflächen strahlen und feinste Strukturen herausarbeiten.



Es gibt jedoch auch Maschinen, die mit ganzen Eisblöcken gefüttert werden und sich das Eis dann in der erforderlichen Größe abschaben. Bei der dritten Art des Strahlverfahrens wird das CO2 direkt aus der Flasche oder dem Tank entnommen und erst in der Pistole zu Schneekristallen umgewandelt.

Das Trockeneis selbst ist in speziellen Thermobehältern ca. 5 bis 7 Tage lagerbar und unterliegt nur einem geringen Schwund (sog. Sublimation).



Bei den Trockeneisstrahlgeräten handelt es sich um Zweischlauchsysteme mit Über- bzw. Unterdruck oder aber um Einschlauchsysteme. (Daneben gibt es auch noch in Produktionsprozesse fest eingebundene Anlagen.)

Trockeneisstrahlen

Eisschießen ohne Stock - Teil 2

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Eisschießen ohne Stock - Teil 3

Trockeneisstrahlen

Eisschießen ohne Stock - Teil 4

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Eisschießen ohne Stock - Teil 5


 

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Eisschießen ohne Stock - Teil 6

Trockeneisstrahlen

Eisschießen ohne Stock - Teil 7