Nachfolgend ein Erfahrungsbericht zum Austausch der beiden Gummi Metalllager am Hinterachsträger beim SLC. Der Austausch hat sich eigentlich über fast ein Jahr hingezogen. Angefangen mit der Anleitung aus der WIS. Aber diese Anleitung kann man getrost in der Pfeife rauchen. Die taugt, zumindest bei meinen Benzen, absolut überhaupt nichts.
Daraufhin habe ich mir ein Aus- und Einziehwerkzeug gebaut, mit dem sich die Sache problemlos bewerkstelligen lässt. Vom ersten erfolglosen Versuch bis zum Finale hat es dann aber eben ein wenig gedauert ..... Also Auto steht auf der Schmiergrube. Aussehen tut das ganze erst mal so: Ein Schubfeld stützt das Lager gegen den Unterboden ab. Zuerst löst man die 2 M10 Schrauben, anschließend geht man mit einem 24er Schlüssel an die Lagerschraube.
Ich habe hierzu einen speziellen Ringschlüssel gebaut, wie in dem nächsten Bild ersichtlich. Den Ringschlüssel in der Mitte durchgeflext, dann kann man ein Rohr zur Verlängerung einschieben. Ein 1m Rohr ist ein gutes Maß, reicht aber nicht immer aus ..... . 
So nun rann an die 24er Schraube und mit Nachdruck lösen. Nun gibt es 2 verschiedene Lösungen: der erste: die Schraube geht auf, der zweite: die Schraube geht nicht auf. Sie geht nicht auf, weil die Schraube in das Gummi-Metalllager gerostet ist. Man kann die Schraube um ca. 90° drehen, dann wird der Widerstand durch das Gummi so groß, dass nix mehr geht und die Schraube zurückfedert. Freunde, ich kann euch sagen, ein bewegendes Gefühl, man liegt unter der Möhre und drückt wie ein Wolf und die Schraube bewegt sich keinen Milimeter. Was tun? Mit Gewalt alles zerstückeln, Schraube aufbohren oder die Eingebung in Form von Caramba und Schlagschrauber.
Ich habe mich für letzteres Entschieden. 1 Woche lang Caramba satt reingeleuchtet, dann mit dem Schlagschrauber hingewurschtelt, bis der Kompressor glüht, und trotzdem ging nichts auf. Alles oder nichts - in Form von einer 2m Verlängerung für den Ringschlüssel. Seitlich rausstehen lassen und mit roher Gewalt angerissen – tatsächlich es hat sich gelöst. Stück für Stück ging mit Gewalt die Schraube raus. So nebenbei ein interessantes Rechenspiel. Mit 2m Verlängerung und ca. 50kg Gewichtskraft, ergibt ein Drehmoment von rund 1000Nm. Damit hat sich die Schraube gelöst. Der aktuelle CL65 AMG wuchtet ein Drehmoment von 1001Nm auf die Kurbelwelle. Fazit: es gibt kein besseres Schraubensicherungsmittel als Rost.
Zu dem Zeitpunkt war ich mal wieder richtig stinkig auf die Konstrukteure dieses Gummi-Metalllager. Warum ist dieser Einleger aus Stahl und nicht aus Alu wie beim W123? Oder zumindest vernünftig gegen Rost geschützt? Auch das Neue Lager, bei DC gekauft rostet innen schon ab Werk. Muß das so sein??? Ganz wichtig ist, die 24er Schraube nur zu lösen und dann erst den Hinterachsträger neben dem Lager mit einem Wagenheber abzustützen.
Erst dann die Schraube komplett herausdrehen. Also nach der Demontage vom Schubfeld sieht die Sache so aus:
So nun kommt das Eigenbau Spezialwerkzeug zum Zuge. Es besteht aus einer M16 Gewindestange, an einem Ende eine große Schwerlastbeilagscheibe und am anderen Ende ein Axiallager, das sich am Zugwinkel abstützt.


