Lage: Der Kraftstofftank ist voll. Der Anlasser angetrieben vom Batteriestrom ist bemüht das in gutem Zustand befindliche Triebwerk in Bewegung zu bringen. Auch die Drohungen des Fahrers sind vergebens.
Der Beifahrer wird zur Hinterachse beordert, um zu horchen, ob Geräusche hinter dem rechten Hinterrad zu hören sind. Dies wird verneint. Der Beifahrer denkt sich, der Motor befindet sich doch vorne, oder ?!
Ursache: Vielleicht eine defekte Kraftstoffpumpe, weit gefehlt, die macht höchstens kratzende Geräusche wenn sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
Bevor wir zur Fehlersuche kommen, möchte ich zum besseren Verständnis einmal kurz das Zusammenwirken der Teile der Kraftstoffversorgung erklären. Auf der rechten Fahrzeugseite hinter der Hinterachse befindet sich das Kraftstoffpumpenpaket geschützt in einer Plastikwanne (3). Dieses Paket beinhaltet die Kraftstoffpumpe (2), den Kraftstofffilter (1) und einen Kraftstoffspeicher.
Kraftstoffpumpe: Die elektrische Rollenzellenpumpe hat 2 die Aufgabe den Kraftstoff aus dem darüberliegenden Tank anzusaugen. Ein eingebauter Dämpfer verhindert dass Strömungsgeräusche allzu laut werden. Der angesaugte Kraftstoff wird nun über ein Rückschlagventil auf der Druckseite zum Kraftstofffilter gepumpt. Das Rückschlagventil verhindert bei abgestelltem Motor das Zurücklaufen des Kraftstoffes. Ein in die Pumpe eingebautes Überdruckventil öffnet bei einem Druck von 8 bar und unterbricht die Kraftstoffförderung.
Kraftstofffilter: Der Feinfilter ist aus Papier in einer Metallumhüllung. Er muss alle 60.000 Km ausgetauscht werden. Er hat ebenfalls wie die Kraftstoffpumpe einen eingebauten Dämpfer zur Unterdrückung der Strömungsgeräusche. Der Filter hat die Aufgabe Verunreinigungen von der Einspritzanlage fern zuhalten. Der von der Pumpe geförderte Kraftstoff wird über den Filter zum Kraftstoffmengenteiler* gepumpt. Hier gelangt er zum Kaltstartventil und dosiert zu den 3 Einspritzventilen. Im Rücklauf ist ein Membrandruckregler* eingebaut. der den Systemdruck von 5,5 bar einregelt. Bei abgestelltem Motor muss er den Haltedruck von 2,8 bar aufrecht er halten , und den Rücklauf sperren. Weiterhin wird der Kraftstoffrücklauf bei laufendem Motor geöffnet. um den von der Kraftstoffpumpe zuviel geförderten Kraftstoff den Rückfluss zu ermöglichen. (* = Teil der Einspritzanlage)
Nun wollen wir uns dem eigentlichen Thema. "Das Kraftstoffpumpenrelais", widmen (im nachfolgenden Text nur noch "KPR" genannt).
