ARGUMENTE war der Titel einer Broschüre der Daimler-Benz AG, Abt. Produktförderung /PFVI, in den siebziger Jahren, mit der hausintern die Vorzüge der neu herausgebrachten Produktreihen dargestellt wurden.
Hier sind alle gescannten Texte und Bilder aus einer der ersten Ausgaben zu finden


Ampeln, Verkehrsregeln, Schilder, Blinkzeichen machen den Autofahrer unserer Tage zu einem oft überforderten Verkehrsteilnehmer. Was kommt alles auf ihn zu? Föhn, Müdigkeit, Eis, Hitze, Nebel, Angst, Terminhetze, Reize aller Art. Wenn er ins Auto steigt, steigen Sorgen um Arbeitsplätze, Gesundheit, Ehe, Geschäft und materielle Nöte mit ein. Wirtschaftliche Probleme, soziale Spannungen, Konflikte im privaten Bereich fahren mit.
Die Umwelt - biologische, psychologische und klimatologische Einflüsse - sind nicht selten stärker als der Mensch hinter dem Lenkrad. Jeder von uns ist davon abhängig, ob die dafür zuständige Verwaltung gefährliche Straßen entschärft, ob die Gesetzgebung Trunkenheit am Steuer oder Geschwindigkeitsüberschreitungen ahndet ob technische Überwachungsstellen die Sicherheit auch älterer Fahrzeuge überwachen. Der Mensch ist kein isoliertes Etwas im Straßenverkehr. Er ist ein Mosaikstein in einem großen System.
Die einen bauen auf aktive Sicherheit
Ein Wagen, der durch Aussehen und Werbung Risikofreudige zum Rasen verführt, ist einseitig angefegt. Das Risiko ist schon hineinkonstruiert Bei einem Mercedes braucht man nicht ständig Überholvorgänge als Leistungsbeweis. Ein gutes Auto ist ein solches, das keinem von uns neben den tagtäglichen Sorgen noch weitere aufbürdet Es muss eben zuverlässig, wirtschaftlich, haftbar sein. Ein gutes Auto darf keinem von uns Energien rauben, die wir im Ernstfall für das Bewältigen kritischer Situationen viel dringender brauchen. Wer will, kann mit einem Mercedes sportlich fahren, doch wir verführen ihn nicht dazu.
Die anderen auf passive Sicherheit
Ein Wagen, der in Sicherheit lullt, weil er aufgesetzte Scheinsicherheftsmerkmale exhibitionistisch zur Schau stellt, ist gefährlich. Er verführt zu Experimenten. Ein innerlich unsicherer Mensch riskiert wenig, ist weit weniger flexibel und hat Anpassungsschwierigkeiten. Während ein sicherer Mensch mehrere Möglichkeiten sieht, um ein auftauchendes Verkehrsproblem zu lösen, erkennt der Ängstlich-Unsichere oft nur eine Alternative, die ihn beunruhigt und an der er in seiner Angst scheitert Ein Unsicherer sieht zu wenig rettende Auswege. Addiert sich bei diesem ängstlichen Menschen die Starrheit seines Verhaltens mit der Starrheit seines Fahrzeuges, verstärkt sich für ihn die objektive Gefahr Leider ist es so, dass gerade innerlich unsichere
Menschen panzerartige Wagen bevorzugen. Doch eine auffällige Sicherheitstechnik macht subjektiv sicher und damit objektiv wieder unsicher. Denn wer sich zu sicher fühlt, fährt nicht so aufmerksam wie jemand, der nicht die volle Verantwortung für die Sicherheit dem Fahrzeug auflädt. Er riskiert mehr, weil er glaubt, dass ihm seine optisch dicker erscheinende Stoßstange Leben und Gesundheit mehr schützt als ein in jedem Detail auf Sicherheit konstruiertes Fahrzeug. Ein gutes Auto beruhigt, strengt weniger an, ermüdet kaum, erhält Kondition und Reaktion, vermittelt den Kontakt zur Umwelt, lässt souverän und fair fahren. Ein gutes Auto bietet immer ein bisschen mehr als die anderen. Es entlastet mehr als es belastet.
Mercedes-Benz wird deshalb nie einseitige Autos bauen.
Weil wir vernünftige, ausgewogene Fahrzeuge herstellen, glauben wir mft dieser unauffälligen, zuverlässigen Rundum-Nützlichkeit auch überlegtes Fahren herauszufordern. Man fährt beruhigter, wenn man um die Reserven eines Mercedes, um die kontrollierte Technik weiß. Das macht ruhiger, einsichtiger, partnerschaftlicher. Im System Straßenverkehr kann es ein optimales System Mensch/ Mercedes geben: Gekonnte Technik und überlegtes Verkehrsverhalten. Nicht lahm, nicht zu schnell, nicht ängstlich, nicht draufgängerisch, nicht zögernd, nicht forciert. Eben unauffällig, gekonnt, souverän, der jeweiligen Situation angemessen fahren.
Die MB-Produktphilosophie gliedert sich in 4 Sektoren:
KOMFORT
- z. B. konditionserhaltender KomfortSICHERHEIT
z. B. Synthese aus aktiver und passiver SicherheitQUALITÄT
WIRTSCHAFTLICHKEIT
- z. B. hoher GebrauchsnutzenLEISTUNG
- z. B. Synthese aus Leistungsreserven, Durchzugsvermögen,
kurvenstabilen Fahrwerken und hoch belastbaren Bremsen
Nicht Komfort Sicherheit, Qualität und Leistung für sich allein, sondern die MB-spezifische Kombination aller 4 Sektoren miteinander stellt den Beweis der technischen Gesamtüberlegenheit dar, der seine Auflösung in dem Slogan findet:
„Mercedes-Benz, die Sicherheit besser zu fahren.“